Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

Gemüse-Jungpflanzen – selbst anziehen oder kaufen?

Am Ende des Winters wollen viele Gartenfreunde aktiv werden und junge Pflänzchen keimen sehen. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie verraten Ihnen, wie die Anzucht der Jungpflanzen gelingt. Wer keine geeigneten Bedingungen hat, sollte auf fertige Jungpflanzen zurückgreifen. Das erspart so manche Enttäuschung.

Aussaat auf der heimischen Fensterbank

Im Januar, während kurzer Tage und bei trüb-grauem Himmel, besteht die Gefahr, dass auflaufende Saaten wegen Lichtmangel lange, dünne, blasse und anfällige Triebe bilden. Speziell für Pflänzchen auf der Fensterbank, die selbst am hellsten Fenster im Vergleich zu draußen nur etwa die Hälfte der Lichtmenge bekommen, kein leichter Anfang! Eine Heizung unter dem Fensterbrett verschärft die Lage nur noch mehr, denn bei schwachem Licht stehen die Pflanzen lieber kühl. Oft ist es deshalb besser den Aussaattermin auf Mitte Februar und später hinauszuzögern, wenn die Tage wieder länger werden.

Vom richtigen Aussaattermin

Lediglich Paprika sollte schon Ende Januar oder Anfang Februar ausgesät werden, da sich sonst die Ernte stark verzögert und wenige Früchte ausreifen. Für die Anzucht von Tomaten ist noch ausreichend Zeit. Bei einer Ansaat im März entwickeln sich schnell kurze und kräftige Pflanzen, die im Laufe des Sommers früher ausgesäte Tomatenpflanzen im Wuchs einholen. Zucchini und Kürbis sät man etwa vier bis sechs Wochen vor der Pflanzung in den Garten. Bei Gurken geht es besonders schnell, hier sind ein bis zwei Wochen ausreichend.

Die richtige Temperatur

Achten Sie auf die Temperaturangaben auf den Samenpäckchen. Diese sollten möglichst eingehalten werden. Nur so ist ein zügiges Keimen und Wachsen der jungen Pflänzchen gewährleistet. Zu kühle Temperaturen verzögern das Keimen und es besteht die Gefahr von Fäulnis. Fruchtgemüse benötigen zum Keimen Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius. Nach dem Pikieren sollten 16 bis 20 Grad Celsius angestrebt werden. Sind die Temperaturen zu warm werden die Jungpflanzen lang und dünn. Andere Kulturen wie Sellerie, Kohlrabi, Blumenkohl oder Frühkohl reagieren mit Schossen, das heißt sie bilden vorzeitig Blütenstände aus, wenn die Anzuchttemperatur unter 14 Grad Celsius fällt. Salate dagegen benötigen zum Keimen Temperaturen unter 16 Grad Celsius.

Jungpflanzenkauf beim Gärtner

Wenn die Bedingungen für die Entwicklung bestimmter Pflanzen nicht vorhanden sind, überwiegen die Vorteile kräftige, gesunde Jungpflanzen beim Gärtner zu kaufen. Der Fachmann kann in geheizten Glashäusern Licht und Temperatur nach Bedarf regulieren. Den Kauf kräftiger Salatjungpflanzen für die erste, frühe Kultur oder einiger zusätzlicher Tomatenpflanzen mit sichtbarem Entwicklungsvorsprung vor der eigenen Anzucht hat bestimmt noch keiner bereuen müssen.

Zurück