Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

Kontrolle überwinterter Kübelpflanzen

Nicht selten bekommen die Experten der Bayerischen Gartenakademie Anrufe besorgter Freizeitgärtner: „Unsere Kübelpflanzen im Winterquartier haben klebrige Beläge auf den Blättern.“ Gerade jetzt im Winter, bevor es wieder mehr im Garten zu tun gibt, sollten wir ein verstärktes Augenmerk auf die überwinternden Kübelpflanzen legen. Nicht selten konnten sich Schädlinge entwickeln.

Winterquartier ist meist ein Härtetest für Pflanzen

Die Lebensbedingungen für Kübelpflanzen an den Überwinterungsstandorten sind in der Regel nicht optimal. Meist fehlt es an Licht. Dann entwickeln die Pflanzen lange und dünne Triebe. Sie färben sich nicht richtig aus, sondern bleiben hellgrün. Die Triebe sind schwach und knicken leicht um. Kommen dann noch zu hohe Temperaturen dazu verstärkt sich das Übel. Optimal sind bei der Überwinterung der meisten Kübelpflanzen Temperaturen zwischen fünf und zehn Grad Celsius. Grundsätzlich gilt: je dunkler die Überwinterung, umso kühler die Temperaturen. Wenn sich jetzt, jahreszeitlich bedingt, das Lichtangebot verbessert, können auch die Temperaturen langsam auf etwa 15 Grad Celsius steigen.

Geht es den Pflanzen schlecht, freuen sich die Schädlinge

Ungünstige Bedingungen schwächen Pflanzen. Schädlinge jedoch profitieren davon. In trockener und warmer Umgebung fühlen sich Blattläuse, Napfschildläuse und Wollläuse wohl. Häufig denkt man gar nicht daran und man wird erst aufmerksam, wenn der Fußboden um die Pflanzen oder die Blätter kleben. Schuld daran ist der „Honigtau“. Dies sind zuckerhaltige Ausscheidungen Pflanzensaft saugender Insekten. Da die Tiere sehr viel Pflanzensaft aufnehmen, diesen aber gar nicht benötigen, wird eine zuckrige und damit klebende Substanz ausgeschieden. Im Freien nutzen dies einige Tiere als Nahrungsquelle. Im Haus ist es lästig, wenn alles klebt. Außerdem können sich Rußtaupilze ansiedeln. Diese ernähren sich vom Honigtau und bilden schließlich einen schwarzen Belag. Die Pflanze selbst wird nicht davon angegriffen, jedoch schränken die schwarzen Ablagerungen die Photosynthese ein. Auch Spinnmilben fühlen sich bei trockener und warmer Luft wohl. Bei einem starken Befall spinnen die Tiere die Pflanzen mit einem sehr feinen und dünnen Netz ein. Ähnlich wie auch bei Blasenfüßen (Thripse) werden die Pflanzenzellen ausgesaugt. Sie füllen sich mit Luft und schließlich erscheint das Blatt silbrig.

Erste Maßnahmen

Als Erste-Hilfe-Maßnahme bei schwachen und langen Trieben sowie beim Schädlingsbefall eignet sich der Rückschnitt. Das Zurückschneiden entfernt eine Menge Schadtiere und –pilze. Anschließend kann mit regelmäßigem Abduschen das Schaderregerpotential niedrig gehalten werden. Napfschildläuse und Wollläuse könnten mit einem ölhaltigen Präparat bekämpft werden, Blattläuse mit einem Mittel mit dem Wirkstoff Kaliseife. Der Rückschnitt fördert außerdem das erneute Austreiben der Pflanze, die bei mehr Lichtangebot im Frühjahr kräftigere Triebe bildet. Die dünnen und hellgrünen Triebe bleiben nämlich dünn und schwächlich. Wenn man sich schon um seine Kübelpflanzen kümmert, kommt eventuell auch ein Umtopfen in Frage, wenn dies einige Jahre nicht mehr geschehen ist. Die Pflanzen erhalten einen größeren Durchwurzelungsraum mit neuen Nährstoffen.

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