Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

Erste Schnecken-Kampagnen

Schnecken im Garten

Viele Schneckenarten tummeln sich im Garten, doch keine Schnecke erregt das Gemüt des Gärtners so sehr wie die Nacktschnecke. Im Herbst verstecken sich die Gemüseplünderer in Erdspalten, unter Pflanzenresten und im Rindenmulch. Noch spät im Jahr entdeckt man gelegentlich putzmuntere Nacktschnecken am Zuckerhutsalat oder anderen Herbst- oder Wintersalaten. Das ist nicht verwunderlich, denn Schnecken sind noch bei Temperaturen knapp über Null Grad Celsius aktiv. Alttiere vom letzten Jahr legen zeitig Eier und bald schlüpfen Jungtiere schlüpfen aus. Da jede Schnecke bis zu 400 Eier im Jahr legen kann, sollten diese Jungtiere erst gar nicht zur Eiablage kommen, ansonsten vermehren sie sich exponentiell und werden zum dauerhaften Ärgernis. Wer also frühzeitig gegen Schnecken vorgeht, hat im Sommer Ruhe vor den Plagegeistern.

Aktiv gegen Schnecken

Besonderes Augenmerk sollten Sie auf das häufige und regelmäßige Absammeln legen. Es ist nach wie vor die einfachste und umweltfreundlichste Methode. Die meisten Tiere trifft man in der Dämmerung an. Für einen Durchgang genügen meist wenige Minuten. Durch den Anbau von Lockpflanzen wie Tagetes oder das Auslegen von Salat-, Kohl- und Rhabarberblättern verbessert man das Fangergebnis. Mit den Blättern sowie durch ausgelegte Dachziegel oder Bretter können Sie auch die Tiere tagsüber, wenn sie sich darunter verkrochen haben, absammeln. Übrigens finden Schnecken alte, morsche Bretter und algenbewachsene Ziegel viel attraktiver als neue.

Abgesammelte Schnecken tötet man durch einen Guss mit kochendem Wasser ab. Die abgekühlte Brühe kann dann kompostiert werden. Neben dem Überbrühen ist ein Durchschneiden der Tiere weitverbreitete Praxis. Bleiben diese Tiere jedoch im Beet liegen, werden andere Schnecken angelockt, da sie auch Aasfresser sind. Besser ist es deshalb, zerschnittene oder überbrühte Tiere in einem separaten Gartenbereich zu vergraben.

Es ist nicht ratsam, wie vielfach praktiziert wird, abgesammelte Schnecken auf einem unbebauten brachliegenden Nachbargrundstück freizulassen. Da diese Flächen für Schnecken kaum interessant sind, werden sie wieder in die angrenzenden Gärten zurückkommen. Auch Laufenten halten Schnecken in Schach. Der Einsatz ist im Herbst und zeitigen Frühjahr möglich, solange keine jungen Gemüsepflanzen auf den Beeten stehen. Diese sind für die Enten attraktiver als die Schnecken.

Schutz vor Schnecken

Damit die Schnecken erst gar nicht den Pflanzen schaden können, bleibt die Möglichkeit von Schneckenzäunen. Diese halten Schnecken zuverlässig ab. Die meisten Zäune bestehen aus verzinktem, glattem Blech, wobei der obere Rand mindestens rechtwinklig nach außen gebogen ist. Wichtig ist, dass die äußere Umrandung des Zaunes frei von Pflanzenbewuchs gehalten wird. Pflanzen, die am Schneckenzaun anliegen, werden ansonsten von den Schnecken als Brücke genutzt.

Schneckenkorn

Schneckenkorn bietet eine Möglichkeit um Schnecken zu bekämpfen. Es sollte schon frühzeitig ausgelegt werden, bevor Schäden an den Pflanzen auftreten. Dann werden schon die ersten auftretenden Tiere abgetötet und man hält so die Schneckenpopulation in Schach. Da die unterschiedlichen Schneckenkorn-Arten verschiedene Wirkstoffe besitzen, sollten Sie die Packungsbeilagen genau beachten. Je nach Wirkstoff unterscheiden sich auch die Anwendungsweisen.

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