Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

Der bienenfreundliche Gemüsegarten

Petersilie

Bienen gehören zu den beliebtesten Insekten. Momentan wird viel unternommen, damit sie sich bei uns wohlfühlen. Die Experten der Bayerischen Gartenakademie zeigen Ihnen Möglichkeiten, wie Sie sogar einen Gemüsegarten bienenfreundlich gestalten können. Die Biene gehört zu den wichtigsten Nutztieren. Direkt nutzen wir den Honig und andere Produkte. Bienen und viele Wildbienenarten sind wichtige Bestäuber, ohne die es kaum Obst und weniger Gemüse gäbe. Eine blühende Pflanzenvielfalt, möglichst über das ganze Jahr hinweg, sollte deshalb das Ziel einer sinnvollen Gartenplanung sein. Ein vielfältiger Gemüsegarten kann ebenfalls Nahrungsquellen für Bienen bieten.

Beetumrandungen

Für niedrige mehrjährige Beeteinfassungen, ganz nach dem Vorbild von Bauerngärten, eignen sich beispielweise Thymian, Heiligenkraut (Santolina) und Lavendel. Alle diese Pflanzen lassen sich problemlos zurück- und in Form schneiden. Der erste Schnitt erfolgt im April und dann erst nach dem Verblühen. Eine Umrandung mit Monatserdbeeren ist ebenfalls denkbar. Neben der Nahrung für die Bienen freuen wir uns über leckere rote Früchtchen. Umrandungen sind aber auch mit verschiedenen einjährigen Blumen möglich wie Kapuzinerkresse, Ringelblume oder auch mit der niedrigbleibenden Feuerbohne ‘Hestia‘ mit ihren rot-weiß schmückenden Blüten.

Kräuter

Was wäre ein Gemüsegarten ohne Kräuterbeet. Je nach Standort lassen sich verschiedene Kräuter einsetzen. Mediterrane Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel benötigen einen eher trockenen Standort, um das Aroma zu entfalten. Weinraute (Achtung: starke Hautreaktionen bei Sonnenlicht!), Gewürzfenchel, Schnittlauch, Zitronenmelisse und besonders Pfefferminzen brauchen etwas mehr Wasser. Während fast alle Kräuter einen sonnigen Platz beanspruchen, gedeiht Bärlauch auch im Halbschatten und Schatten. Er zeigt schon ab April seine Blüten und liefert die erste Bienen-Nahrung im Gemüsegarten. Auch wenn die Empfehlung zur Kräuterernte kurz vor der Blütezeit liegt, sollten Sie immer an die Bienen und anderen Insekten denken. Lassen Sie deshalb einen Teil der Pflanzen zum Blühen kommen und schneiden Sie erst anschließend zurück. Bei den einjährigen Kräutern besuchen die Bienen besonders gerne Borretsch, aber auch die Doldenblüten von Koriander, Dill, Liebstöckel, Gartenfenchel und Petersilie, die im zweiten Jahr blüht. Schließlich gewinnt man eigenes Saatgut.

Blühendes Gemüse

Die Züchtung hat viele Gemüse-Sorten entwickelt, die nicht mehr auf die Bestäubung angewiesen sind, z.B. parthenocarpe/ jungfernfrüchtige Gurken. Und trotzdem gäbe es ohne Bienen und andere Insekten viel weniger Gemüse. Tomaten werden beispielsweise besonders gut durch Hummeln bestäubt. Während der Haupt-Vegetationszeit im Gemüsegarten, etwa ab Juni/Juli, beobachtet man viele (Wild-)Bienen in den Blüten von Zucchini, Kürbis und Co. Der Pollen liefernde Zuckermais wird während der Blütezeit von Bienen umschwirrt. Auch die frühblühende Ackerbohne und Feuerbohnen benötigen die Hilfe der Bienen, um üppig Früchte anzusetzen. Wer Platz im Garten hat, sollte ein Spargelbeet anlegen. Nach der Ernte der Spargelstangen (bis 24. Juni) lässt man den Spargel wachsen. Bald entwickeln sich an den dünnen grünen Trieben Blüten. Ausdauernde Topinambur mit essbaren Knollen ist ebenfalls eine gute Bienennahrung. Entwickeln Zwiebeln oder Broccoli vorzeitig Blüten, so lassen Sie diese einfach auf dem Beet stehen. Küchenlauch und Zwiebeln bieten attraktive Blütenstände, insbesondere für einige Wildbienenarten.

Gründüngung und bienenfreundliche Lückenfüller

Maßgeblich in einem Gemüsegarten ist der Fruchtwechsel, damit sich keine pflanzenspezifischen Krankheiten entwickeln. Eine blühende Gründüngung lässt sich deshalb gut integrieren. Nicht umsonst heißt Phacelia auch „Bienenfreund“, denn die Pflanzen liefern mit ihren blauen Blüten sehr viel Pollen und Nektar. Auch Buchweizen ist nicht nur für Insekten gut, denn er ist mit keiner Gemüseart verwandt. Neben weiteren Gründüngungspflanzen mit bienenfreundlichen Blüten wie Senf und Inkarnatklee lassen sich auch Sommerblumen gut einbinden. Studentenblume (Tagetes) und Ringelblume (Calendula) können ebenfalls ganze Beete bedecken. Schneidet man regelmäßig Verblühtes weg, gibt es Blüten bis zum Frost. Säen Sie ein ganzes Beet mit bunten Einjahresblumen. Im Handel gibt es spezielle Mischungen für Bienen und Schmetterlinge mit Dill, Ringelblume, Lein, Schmuckkörbchen, Studentenblume, Kornblume, Klatschmohn und vielen mehr. Auch Sonnenblumen sind geeignet sofern der Pollen für moderne Schnitt-Sorten nicht weggezüchtet wurde. Bunte Blumen kommen in Lücken im Gemüsebeet. Nicht nur Bienen haben ihre Freude an Zinnie, Schmuckkörbchen, Aster und Ringelblume.

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