Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

Eigenes Obst hilft auch Bienen

Petersilie

Nun beginnt die Hauptblütezeit unserer Obstgehölze und hüllt Gärten in wahre Blütenmeere. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie zeigen auf, warum es sich nicht nur für uns Menschen lohnt Obst im Garten, auf Balkon oder Terrasse anzubauen. Unabhängig vom eigenen Nutzwert des angebauten Obstes durch Blüten und Früchte bieten die Blüten Nahrung für Honig- und Wildbienen sowie andere Insekten - selbst in kleinen Gärten.

Blüten über mehrere Monate hinweg

Mit einer guten Planung im Obstgarten können Sie verschiedenste Früchte im Sommer und Herbst ernten. Voraussetzung ist eine gute Bestäubung und Befruchtung der Blüten. Einen großen Anteil haben Bienen und andere Insekten. Diese benötigen Pollen und Nektar und sind deshalb dankbar für Obstblüten, die dies bieten können. Manches Wildobst blüht oft schon sehr früh im Jahr, an geschützten Stellen manchmal schon im Februar, und hält damit die erste Nahrung für hungrige Insekten bereit. Die Hauptblütezeit liegt im April, wenn Beerenobst und Baumobst blühen. Später erscheinen die Blüten von Kiwibeere, Apfelbeere, Holunder, späten Obstsorten und noch weiteren. Mehrere Sorten der einzelnen Obstarten sichern nicht nur die Befruchtung und den Ertrag. Über die gestaffelte Blütezeit verlängert sich zugleich das Nahrungsangebot für die Insekten. Viele Obstarten besitzen außerdem einen hohen Zierwert, so dass sie sich auch gut in einem Ziergarten integrieren lassen. Durch den Wuchscharakter, die Blüten und Früchte sowie die Herbstfärbung der Blätter schmücken die Pflanzen mehrfach während des ganzen Jahres.

Blütenreiches Wildobst

Frühe Blüten im Jahr bringt die Kornelkirsche (Cornus mas) hervor. Kleine gelbe Blütchen erscheinen manchmal schon im Februar und bieten somit erste Nahrung für die hungrigen Insekten. Gerade Wildobst bietet viel Nahrung für Insekten. Schlehe, Wildpflaume, Zierquitte und Felsenbirne blühen bis Anfang April, gefolgt von Sanddorn, Mahonie, Mispel, Aronia und Holunder sowie Wild- und Fruchtrosen. Wildobstgehölze lassen sich als einzelstehendes Gewächs pflanzen, aber auch gut in eine naturnahe freiwachsende Hecke integrieren. Wer die Früchte nicht selbst ernten und verwerten möchte, überlässt sie den Tieren, z. B. Vögel und Igel.

Baum- und Beerenobst

Blühen Apfel-, Quitten und Kirschbäume sind Pfirsich, Zwetschge und Birne schon abgeblüht. Es summt und brummt im Garten. Und das ist gut so, denn nur so erhalten wir wohlschmeckende Früchte. Kleine Wuchsformen durch schwachwachsende Unterlagen oder durch spezielle Baumerziehung ermöglichen das Anpflanzen in kleinen Gärten oder in Gefäßen. Auch das Beerenobst wie Johannisbeere, Stachelbeere, Erdbeeren, Him- und Brombeere sowie Heidelbeere hält Pollen und Nektar bereit. Monatserdbeeren bieten Blüten und Früchte während des Sommers sogar gleichzeitig an. Selbst bei geringem Platzangebot lässt sich Beerenobst gut nutzen. In kleinen Gärten und in Gefäßen auf Balkon und Terrasse trägt besonders das Beerenobst zur Nahrungsvielfalt bei.

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