Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

Nachzuchten

Krokusse liefern die erste Bienennahrung.

Aufgrund der Hitze sind viele Pflanzen im Garten in Mitleidenschaft gezogen. Besonders im Gemüsegarten sieht es vielerorts etwas trostlos aus, auch deshalb, weil Nachpflanzungen oder Nachsaaten nicht wachsen wollen. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie geben Tipps, wie es vielleicht doch gelingen mag. Pflücksalate, Herbstsalate wie Endivien, aber auch Feldsalat und Spinat warten auf einem Platz im Garten. Doch die Bedingungen sind jetzt oft nicht sehr gut.

Vorbereitende Maßnahmen

Durch die Hitze ausgetrockneter Boden benötigt eine gute Vorbereitung, wenn gepflanzt oder sogar gesät werden soll. Schon ein paar Tage vorher wird deshalb immer wieder gewässert, damit das Wasser auch tiefer (etwa 15 bis 20 Zentimeter) in den Boden gelangt. Um eine schnelle Verdunstung und Verkrustung zu verhindern wird dann auch aufgehackt. Ein Mulchen z.B. mit Stroh hält die Feuchtigkeit länger im Boden.

Aussaaten sind besonders empfindlich. Auf unserer Gemüseschaufläche hat es sich bewährt, die Saatrillen zu ziehen und gleich leicht anzugießen. Dann sät man aus. Anschließend füllen wir die Rillen mit einem Pflanzsubstrat. Dies ist besser wasserhaltefähig und verkrustet nicht so schnell wie normaler Gartenboden. Die jungen Keimlinge kommen so besser ans Licht.

Bei Pflanzungen wird das Mulchmaterial nur ein bisschen auf Seite geschoben, dann gepflanzt und angegossen. Das Gießen erfolgt bei der heißen Witterung täglich, bis sich genügend Wurzeln gebildet haben. Wer die Pflanzen nicht selbst gezogen hat kauft meist in Erdwürfeln, in denen die Pflanzen schon einen Wurzelballen aufweisen. Damit dieser gut durchfeuchtet ist, die Pflanzen wenige Minuten in eine Schale mit Wasser stellen, bis sich der kleine Erdballen vollgesogen hat. Stehen sie zu lange im Wasser besteht die Gefahr, dass Feinwurzeln absterben. Es ist auch gut, wenn man statt reinem Wasser eine schwach dosierte Düngerlösung verwendet. Beim Pflanzen werden Salate nur leicht in den Boden gedrückt, weshalb ein häufigeres Gießen bis zum Einwurzeln der Pflanzen ins Beet notwendig ist.

Begleitende Maßnahmen

Fragt man ältere Gärtner, so ist es noch bekannt, dass nach dem Aussäen die Saat mit einem nassen Kartoffelsack abgedeckt wurde. Dies kann auch ein Jutesack oder Sackleinen sein. Die Samenkörner können durch die gleichbleibende Feuchtigkeit leichter keimen und der Boden verkrustet nicht. Das Gießwasser verschlämmt den Boden nicht, sondern tropft langsam durch das Gewebe. Auch Gemüsefliegennetze eignen sich gut als Schattierung. Vliese oder gar Folien sind nicht ausreichend luftdurchlässig und eignen sich deshalb gar nicht. Später hält das Mulchen z.B. mit Grasschnitt den Boden feuchter.

Starke Sonneneinstrahlung und Hitze kann Jungpflanzen schädigen. Ein leichtes Schattieren z.B. durch Wedel von Nadelgehölzen oder durch das Pflanzen in Lücken anderer Gemüsepflanzen, die später geerntet werden, kann helfen. Ein gemulchter Boden hilft zusätzlich beim Anwachsen.

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