Gartentipp der Bayerischen Gartenakademie

"Rote Emmalie" – die Kartoffel des Jahres 2018

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Kartoffeln sind wertvolle Knollen. Einige Sorten sorgen dafür, dass es auf dem Teller bunt wird. Die Fachleute der Bayerischen Gartenakademie stellen die "Rote Emmalie" vor – die Kartoffelsorte des Jahres 2018. Es wird bunt im Kartoffelbeet. Die Kartoffelknollen sind nicht nur braun, sondern auch in verschiedenen Rottönen oder sogar blau. Die Farbe zeigt sich nicht nur auf der Schale, sondern oftmals auch im Inneren.

Besonderheiten der "Roten Emmalie"

Um es gleich vorneweg zuschicken: die "Rote Emmalie" ist keine alte Sorte. Sie ist neu, denn erst 2012 hat sie einen Platz in der Bundessortenliste bekommen. Sie wurde in Deutschland auf einem Bioland-Hof in der Lüneburger Heide gezüchtet. Es ist eine Kreuzung zwischen verschiedenen roten und blauen Kartoffelsorten. Die langovale Knolle ist vorwiegend festkochend und daher sehr vielseitig verwendbar, sowohl für Püree wie auch für Salat. Geschmacklich ist sie würzig, aromatisch und besitzt eine sehr feine Konsistenz. Die glatte Schale und das Fruchtfleisch sind rot. Im Gegensatz zu anderen Kartoffelsorten blüht sie rosa. Kartoffeln werden je nach Erntezeit von „früh“ bis „spät“ eingeteilt. Die "Rote Emmalie" hat eine mittelfrühe Erntezeit. Dies ist etwa im August, wenn das Laub abstirbt. Vom Ertrag her ist die "Rote Emmalie" keine Hochleistungssorte. Aber schon wenige rote Kartoffeln lassen das Kartoffelessen bunter werden, und: es ist die Kartoffelsorte des Jahres 2018.

Kartoffelanbau im Garten

Für den Kartoffelanbau im Garten ist es nun die richtige Zeit. Das Nachtschattengewächs bevorzugt einen sonnigen Platz, keinen staunassen und nicht zu schweren Boden. Für die Nährstoffversorgung empfiehlt es sich drei Liter Kompost oder gut verrotteten Stallmist je Quadratmeter einzuarbeiten. Als Stickstofflieferant wird noch etwa 100 Gramm Hornmehl je Quadratmeter ausgebracht.

Schließlich erfolgt die Pflanzung in vorbereiteten Boden. Dazu werden fünf bis zehn Zentimeter tiefe Rinnen im Abstand von etwa 70 Zentimetern gezogen, in denen man die Pflanzkartoffeln im Abstand von 35 Zentimetern ablegt und mit Erde bedeckt. Bei günstigen Bedingungen treiben die Augen an den Knollen aus und bilden Wurzeln. Zeigen sich an der Erdoberfläche Triebe mit ersten entfalteten Blättern, entfernt man Unkraut und hackt leicht durch. Danach häufelt man die Reihen etwa handhoch an. Dies kann mehrmals etwa alle drei Wochen so geschehen. Damit können Sie nicht nur den Ertrag steigern, sondern auch gleichzeitig vermeiden, dass Tochterknollen aus der Erde herauswachsen und grün werden.

Für ein gutes Wachstum wässern Sie bei Trockenheit; jedoch nicht über die Blätter, um der Kraut- und Knollenfäule vorzubeugen. Frühkartoffeln sind oft schon Mitte Juni bis Anfang Juli erntereif und werden nach dem Ernten rasch verbraucht. Späte Sorten, die zum Lagern bestimmt sind lassen Sie noch etwa 14 Tage nach dem Abdorren des Laubes auf dem Beet stehen. Stirbt das Kartoffellaub jedoch durch die Kraut- und Knollenfäule ab, so sollten Sie nicht zu lange warten, sondern schnell ernten. Sonst besteht die Gefahr, dass Pilzsporen in den Boden abgeschwemmt werden und die Knollen infizieren.

Kartoffelanbau auf kleinstem Raum

Kartoffeln lassen sich auch auf dem Balkon anbauen. Hierzu genügen eine Kiste mit Abzugslöchern, ein Sack oder ein Eimer. Nach dem Auffüllen mit Erde, etwa ein Drittel hoch, werden die Pflanzkartoffeln eingelegt und mit Erde bedeckt. Erscheinen die Triebe, wird immer wieder Erde nachgefüllt, bis diese bedeckt sind. Dies wiederholt man so lange, bis das Gefäß schließlich ganz gefüllt ist. Im Spätsommer freut man sich dann auf die Ernte.

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